Der Feind in meinem Bett: Was beim Schnarchen zu tun ist

Einen Schnarcher zum Partner zu haben, kann ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Nicht nur, dass sich die Beziehung selbst zum Schlechten wandelt, schließlich ist der Betroffene selbst oft gereizt, weil unausgeschlafen, auch die eigene Gesundheit beginnt im Laufe der Zeit nachzulassen, fehlt doch der heilende und vor allem regenerierende Prozess, der im Schlaf abläuft. Schlafen führt immer zur Erholung des Organismus, die entsprechenden Prozesse im Körper können ungestört ablaufen und der Abbau von Fett, Gift und anderen Faktoren wird beschleunigt. Zudem sinkt der Blutdruck im Schlaf, das Hirn wird minder durchblutet, die Atemfrequenz verlangsamt sich: Der Körper schläft. Freilich, das alte – und philosophische – Argument, ein Mensch, der träume, können nicht von einem wachenden Menschen unterschieden werden, verfängt immer noch, doch haben Schlaflabor und damit einhergehende Schlafforschung immer neue Erkenntnisse zum Schlaf und damit auch zum Träumen erbracht. Es gilt als sicher, dass ein gestörter Schlaf immer einen äußerst negativen Effekt auf die körperlichen und damit auch auf die geistige wie seelische Gesundheit haben kann, ein Umstand, der in früheren Zeiten vielleicht unterschätzt wurde. Das bereits erwähnte Schnarchen gilt zwar schon seit Anbeginn der Menschheit als zwar nervtötender, aber eben zu respektierender Faktor. Diesen galt es auszuhalten und im Alltag einfach darüber zu schweigen. Das jedoch ist heute keine Alternative mehr, ein gesunder und erholsamer Schlaf ist wichtig und sollte auch gefördert werden. Was aber tun, wenn der Partner nachts zu sägen beginnt und dabei nicht einmal zur vielleicht erträglichen Konstanz in seinen Tönen vordringt? Aussetzer, Schnaufen, immer wieder beginnendes Schnarchen – all das gleicht dann einem Fahrzeug, das Gas gibt, bremst, wieder anfährt und dabei stets die lautesten Töne von sich gibt. Das ist eine kaum vorstellbare Belastung für die Betroffenen, welche zum Zuhören inmitten sonst stiller Nacht verurteilt sind.

Aspekte des Schnarchens

Schlaf mithilfe ProtrusionsschieneWer schnarcht, riskiert unter Umständen massiv die eigene Gesundheit. Das weiß kaum jemand und es gehört vielleicht zu den Geheimnissen, die jedes Schlafzimmer verbergen mag. Doch in diesem Fall gehört das Geheimnis unbedingt reflektiert, da Schnarchen immer eine Art Sauerstoffmangel darstellt und unbehandelt auf Dauer zu ernsten Schäden führen kann. Der extremste Fall heißt obstruktive Schlafapnoe und ist mit massiven Störungen der Atmung verbunden. Oft wachen die Schnarcher dann von ihren eigenen Geräuschen auf, der Partner ist dann wahrscheinlich schon längst geflohen oder schläft ganz woanders. Das ist jedoch kein Spaß, sondern vielmehr gefährlicher Ernst: Bei einer obstruktiven Schlafapnoe können sich Stillstände der Atmung ausbilden, die bis zu einer halben Minute andauern! Sauerstoff wird dann keiner aufgenommen, das Gehirn und der Organismus im Ganzen werden schlecht durchblutet – mit allen bekannten Folgen! So sind Bluthochdruck oder selbst Diabetes manchmal auf schlechten Schlaf zurückzuführen, ein Umstand, der glücklicherweise in der Forschung immer größere Beachtung findet. Nicht selten leiden Personen, die eine obstruktive Schlafapnoe aufweisen, an ständigem Erwachen, bis zu hundert Mal in einer einzigen Nacht! Auch Alpträume treten dann nicht selten auf und die Betroffenen sind meist sehr schlapp und unkonzentriert.

Doch solche Extreme sind natürlich nicht die Regel, auch wenn sie immer häufiger beobachtet werden. So schnarcht jeder mal mehr oder weniger. Immer handelt es sich beim Schnarchen um einen ungeordneten oder besonders anstrengenden Prozess der Sauerstoffzufuhr. Diese ist gestört, zum Beispiel durch eine verengte Nasenscheidewand oder durch einen Schnupfen. Da der Körper natürlich Sauerstoff zum Leben braucht, betreibt er großen Aufwand und stellt die Zufuhr auf spezielle Weise um. Dies ist dann auch der Grund, warum Schnarcher meist schwer atmen, sie schnappen regelrecht nach Luft. Ein immenser Eingriff, der zum Flattern des Segels im Gaumen führt und der die nervtötenden Geräusche hervorruft. Schnarchen heißt: Im Schlaf angestrengt Luft holen. Nicht mehr und nicht weniger.

Als Ursachen kommen darüber hinaus auch eine falsche Lage in Frage, etwa wenn die Betroffenen viel auf dem Rücken schlafen. Dann ist der Unterkiefer ohne genügend Spannung und der Schnarcher atmet in der Regel durch den Mund. Der Körper wirkt dem zwar entgegen und wechselt die Lage, aber trotzdem treten die Geräusche dann in Rückenlage immer wieder auf. Übergewicht und Alkohol, zudem Medikamente und Drogen, nehmen ebenfalls Einfluss auf die Atmung und kommen als Verursacher für das Schnarchen in Frage. Eine gründliche Diagnose kann dies analysieren und die geeigneten Gegenmaßnahmen ergreifen.

Hilfreiche Maßnahmen

Nicht immer muss sofort operiert werden. Oft helfen schon kleine Maßnahmen, die jeder selbst durchführen kann. Auch bieten die Apotheken Mittel gegen das Schnarchen an, die sowohl mechanisch wie auch chemisch einige Linderung versprechen.

So können Betroffene zum Beispiel einen sogenannten Schnarchrucksack erwerben. Dieser funktioniert im Prinzip wie ein weiches Kissen, das sich hinter den Rücken klemmen lässt. Das kann auch mit Tennisbällen versucht werden, die einfach in die Schlafjacke genäht werden. Aufgrund der Barriere vermeidet die Person eine permanente Rückenlage, ja auch der Körper selbst gewöhnt sich im Schlaf daran, es lässt sich in Seitenlage freier durchatmen und das Schnarchen gezielt bekämpfen. Allerdings hilft das auch nur gegen leichte Attacken.

Ähnlich verhält es sich mit dem Nasenpflaster, welches eine Erweiterung der Luftwege verspricht. Und wer es ganz klassisch versuchen möchte, kann auf eine Schnarchbinde setzen, deren Einsatz schon seit Jahrhunderten praktiziert wird: Dabei erhält der Unterkiefer mittels eines Elastik-Gurts eine direkte Fixierung, der Mund bleibt dadurch geschlossen und Schnarchgeräusche können sich erst gar nicht entwickeln. Zugegeben, eine sehr eigene Methode, die mindestens Gewöhnung erfordert, in ihrer Verlässlichkeit jedoch uneingeschränkt funktionieren sollte.

Doch oft ist leichtes Schnarchen nicht das Problem, viele Betroffene klagen über laute und starke Attacken, die schließlich nicht selten in einer Schlafapnoe enden. In solchen Fällen helfen nur noch chirurgische Eingriffe oder spezielle Apparaturen. Immer klärt die Zuständigkeit der behandelnde Arzt. Menschen mit Fehlstellungen der Nasenscheidewand, vergrößerten Nasenmuscheln oder Kiefernhöhlenentzündungen benötigen eingehende Behandlung und dürften sich in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle dann auch über eine Beseitigung ihres Leidens freuen. In extremen Fällen werden zudem Teile des Gaumens, ja das Zäpchen selbst entfernt, auch die Mandeln können dem Kampf gegen das Schnarchen zum Opfer fallen. Nur selten werden hingegen die Zunge mittels nicht resorbierender Fäden und einer Schraube noch vorn verlegt oder der Unterkiefer durch Spaltung der Mandibula umgelagert. Solche Maßnahmen sind allerdings umstritten und werden zumeist nur in den USA durchgeführt.

Daneben gibt es noch Apparaturen wie die Kiefer -Protrusionsschiene oder die Vorhofplatte, nicht zuletzt noch die Gaumenspange und die weithin bekannte Schlafmaske, die allesamt dem Schnarchen entgegen wirken sollen.

October 1, 2012Permalink